Ein Tag voller Gestalten und Geschichten
Heut war echt was los, ich schwör’s. Kaum komm ich mit drei Hasen von der Jagd zurück – saubere Treffer übrigens, alle mit einem Schuss erledigt –, da stolper ich direkt in den nächsten Trubel. Die kleine Recha Viktoria ist wieder im Dorf aufgetaucht. Hat wohl ihre Ritterausbildung abgeschlossen und will jetzt Lambert ablösen. Ja, genau, den Lambert. Der alte Knochen hängt so sehr an seinem Job, dass ihn wahrscheinlich nur der Tod davon trennen wird. Das wird noch ein Spaß, die zwei zusammen zu sehen. Ich geb’s zu, ich freu mich schon auf die ersten Wort-Gefechte.
Aber das war noch lang nicht alles. Da war auch so ein Kerl, nennt sich Zhenn und behauptet, er sei Priester. Priester, ja? Ohne Papiere, ohne Siegel, ohne irgendwas, was das belegen könnte. Großmutter meinte, er wirkt göttliche Magie – und wenn sie das sagt, dann hat das Gewicht. Aber trotzdem, ich trau dem nicht. Der wurde aus dem Gefängnis gelassen, aber ich sag’s dir, ich hab ein Auge auf den. Solche Leute sind wie ein schlecht gespannter Bogen: Man weiß nie, wann sie brechen.
Und dann, als ob das nicht schon genug wäre, taucht auch noch ein Elf auf. Einer von diesen Spitzohren, vor denen Großmutter immer warnt. Der will, dass wir ihn Felix nennen. Felix! Aber eigentlich heißt der Kerl Felicis Mithrandir Xhayet. Klingt wie ein Name, den man sich ausdenkt, wenn man Eindruck schinden will. Angeblich will er Abenteurer werden. Abenteurer, pah! Was der wohl ausgefressen hat, dass er hier gelandet ist? Ich werd ihn im Auge behalten, keine Frage.
Ach, und dann war da noch ein Mensch namens Niyuk. Blind oder fast blind, schwer zu sagen. Der ist mit einer Karawane über den Ghalgrat gekommen. Allein das ist schon eine Leistung, aber der Typ hat sich gleich mal mit dem Baron von Casnewydd angelegt. Ja, dem Baron. Onthar, der alte ist höchstpersönlich in unser kleines Dorf gekommen und hat sich in die Taverne gesetzt, als Recha und ich gerade mit den Neuankömmlingen geredet haben. Was der Baron wohl von uns will? Ich hab da so ein Gefühl, dass das nichts Gutes ist.
Dann kam Lyydia, Oma hat sie wohl geschickt um mich abzuholen, wir stellten ihr noch die neuen vor und begaben uns dann Nachhause, ich muss mich ja noch um die Hasen kümmern. Recha begleitete uns da sie noch ein paar Salben haben wollte und informierte sich nochmals ob der Zhenn wirklich ein Priester ist, Oma meinte nur das kann sie nicht beantworten sondern hat nur gesehen das er göttliche Magie wirkt.
Alles in allem ein Tag, der mehr Fragen aufwirft, als er Antworten liefert. Aber hey, wenigstens hab ich die Hasen. Die werden morgen schön geschmort.
Ein Character von Tealk, gespielt wird das Pathfinder Regelwerk in der Aborea Welt.