Die Matriarchin
Der Seelensee lag schließlich vor uns – ein unheilvoller, trüber Spiegel, über den sich eine gewaltige Brücke spannte. Wir machten uns auf den Weg hinüber, doch kaum hatten wir die Mitte erreicht, wurden wir von riesigen Fledermäusen angegriffen. Einige dieser Biester trugen Drow-Reiter, die offenbar nur darauf gewartet hatten, uns in einen Hinterhalt zu locken.
Der Kampf auf der Brücke war heftig, aber wir nutzten unsere Magie und Strategie, um die Reiter aus dem Sattel zu holen. Einen von ihnen nahmen wir gefangen. Während er an einem Seil über den See gehalten wurde – mit dem ständigen Risiko, ins Wasser zu fallen – befragten wir ihn. Man sagt, wer das Wasser des Sees berührt, verliert all seine Erinnerungen. Dieses Wissen nutzten wir zu unserem Vorteil und setzten ihn zurück. Danach übergaben wir ihn in die fürsorglichen Hände von Globlob, der ihm eine neue Zukunft in seinem Haus versprach.
Mit diesem Sieg im Rücken erreichten wir die Stadt. Globlob sprach sofort mit der Matriarchin und begann – in typisch Globlob’scher Manier – eine Reihe von Gesprächen, die uns alle etwas ins Schwitzen brachten. Erst berichtete er ihr von ihrem totgeglaubten Bruder, dann erzählte er von unserem „Spiel“ mit den Drow auf der Brücke, und schließlich machte er ihr auch noch einen Heiratsantrag. Die Spannung im Raum war zum Schneiden dick, bis Vysanne Globlob zur Seite nahm und ihn zurechtwies. Danach wurde das Gespräch deutlich ernster.
Die Matriarchin gab uns schließlich eine Aufgabe: den Kopf ihres Bruders zu bringen, der sich im Tempel auf der gegenüberliegenden Seite der Stadt hinter einer verschlossenen Tür versteckte. Ihre Tochter – die wir zuvor aus der Taverne geworfen hatten – bestätigte uns diesen Hinweis widerwillig.
Am nächsten Morgen waren wir bereit. Mit der Glocke, die wir zuvor gefunden hatten, öffneten wir problemlos die verschlossene Tür und überraschten ihr Ziel im Inneren. Der Kampf war kurz, aber heftig. Dank unserer Vorbereitung und einer gut durchdachten Taktik konnten wir ihn schnell überwältigen.
Mit dem Kopf des Bruders in der Hand kehrten wir zur Matriarchin zurück. Sie war sichtlich zufrieden und belohnte uns nicht nur mit Dank, sondern auch mit exklusiven Handelsrechten für die Stadt. Ein enormer Erfolg!
Nun, da diese Angelegenheit geklärt war, konnten wir die Stadt mit erhobenem Haupt verlassen. Während Globlob weiter Pläne für die Zukunft schmiedete, freuten wir uns alle auf etwas Ruhe und hoffentlich weniger waghalsige Abenteuer – auch wenn ich mir insgeheim sicher bin, dass dies längst nicht das Ende unserer Geschichte ist.
Ein Character von Tealk, gespielt wird das Pathfinder Regelwerk und die Legacy of Fire Kampagne